Der österreichische “Scheiß Internet”-Preis ist offiziell als “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” bekannt. Es ist ein Negativpreis wie die “Goldene Zitrone” und wird für “völlig unqualifizierte Statements gegen das Informationszeitalter in Wort und Tat” verliehen. Benannt wurde der von Monochrom jetzt zum zweiten Mal vergebene Preis nach dem ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, der sich vor zwei Jahren über das “Scheiß Internet, in dem sich die Jungen verkrümeln” ausgelassen hatte.

Nachdem im Vorjahr die Grünen für “missglückte politische Kommunikation im Netz und das Verpassen einer einmaligen Chance” mit dem Preis bedacht wurden, zeichnete die Jury in diesem Jahr den österreichischen Medien-Staatssekretär Josef Ostermayer aus, weil er in dieser Funktion mit dem neuen ORF-Gesetz das Ende für die Future Zone beschlossen hatte, die das qualitativ hochwertigste Angebot im Netz hatte und dem Verband der österreichischen Zeitungsverleger geopfert wurde.

Eine der nominierten, die knapp am Preis vorbei schlitterte, ist die deutsche Ministergattin und “Tatort Internet”-Moderatorin Stephanie zu Guttenberg, die für ihre Verdienste um die Wegbereitung von Netzsperren und Onlineüberwachung in die nähere Auswahl kam.