Als ich vor etwa 20 Jahren die ersten Schritte durch das Internet machte, war das World Wide Web noch ein Abenteuer Spielplatz. Aber Pioniere legten die Grundlage und so wuchs das Internet zu etwas, dass heute aus unserem Alltag nicht mehr weg zu denken ist.

Der Umsatz im Onlinehandel (nur für Deutschland) lag 2010 bei ca 2,4 Milliarden Euro  – im Jahr 2016 bei etwa 44 Milliarden Euro – entsprechend abhängig sind wir Menschen, unsere Arbeitsplätze und die Wirtschaft vom Internet geworden.

Damals wie heute – schon immer gab es auch Gefahren & Kriminalität im Internet. Schon alleine die Spielkinder, welche in der zeit vor dem Internet (aus Spaß an der Freude ), Viren für den c64 oder Amiga verbreiteten, erhielten mit dem Internet ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Spamfluten, verseuchte Webseiten, infizierte PC´s, Bot Netze, geklaute Paypal oder Bankdaten, gestohlene Identitäten, infizierte Regierungs- Computeretzwerke, ja sogar ein infiziertes und manipuliertes Atomkraftwerk, die Nachrichten über Cyberkriminalität reißen bis heute nicht ab und werden immer professioneller.

Die Tatsache das auch die Militärs dieser Welt sich immer mehr für einen “CyberWar” wappnen, klingt irgend wie etwas nach Sience Fiction und doch, ist es längst angewandte Realität.

Welches Ausmaß das ganze hat,  wie weit die Fähigkeiten in diesem Bereich bereits sind, hat die Cyber Grand Challenge in einem eindrucksvollen Wettbewerb gezeigt.
Autonome Computer, also Computer ohne jegliche menschliche Bedienung/Steuerung, völlig selbstständig, traten gegeneinander an.

Sie suchten nach Sicherheitslücken bei den gegnerischen Computern, schrieben eigenständig Schadcode und griffen sich gegenseitig an. Gleichzeitig beobachteten Sie sich gegenseitig… ein System z.B. beobachte einen Angriff, analysierte die genutzte Sicherheitslücke, schrieb einen Patch und installierte diesen bei sich selbst – dass alles binnen 20 Minuten!

Das US Militär ist begeistert. Zitat aus einem heise online Artikel:

Der nächste Schritt für die Militärs ist, die Selbstheilungskräfte der autonomen Systeme für den Einsatz in militärischen Systemen weiterzuentwickeln. Dabei spielt die Defense Innovation Unit Experimental (DIUX) des US Cyber Command eine Schlüsselrolle. Sie soll mithilfe kommerzieller Partner die neuesten IT-Fortschritte in Militärsysteme übertragen.

Wir haben in unserem Kopf immer noch den Gedanken an Auf- und Abrüstung im Bereich Atomsprengköpfen, Waffen, Panzern, Raketen – wir sehen noch immer Explosionen, Waffen, tote Menschen.  Doch die Kriege der letzten Jahre zeigen, dies ist für alle Seiten ein sehr teurer Kampf, von der Ausbildung, dem Milliarden-Equipment, der Logistik bis hin zu den Kosten und Entschädigungen für Hinterbliebene.
Angriffe über das Internet, sind weit günstiger mit weniger Folgekosten und weniger Aufsehen.  So drohte Nordkorea bereits 2014 allen Kinos mit Anschlägen ähnlich der 9/11 ,  welche es wagen, Sonys Komödie über Korea zu zeigen.  Es folgten zahlreiche Hackerangriffe auf Sony, es wurde reichlich unveröffentlichtes Filmmaterial gestohlen und im Netz veröffentlicht – die Premiere des Films in NewYork daraufhin aus Sicherheitsgründen abgesagt.

Zitat aus Wikipedia:

“Am 19. Dezember 2014 beschuldigte die US-Regierung die nordkoreanische Regierung offiziell, für die Attacken verantwortlich zu sein, und kündigte entsprechende Konsequenzen an. Zudem kritisierte Barack Obama das Einknicken von Sony Pictures, denn „irgendein Diktator an irgendeinem Ort“ dürfe keine Zensur in den Vereinigten Staaten durchsetzen können”

Im Mai 2016 wurde eine große, internationale Handelsplattform mit dem Namen “xDedic “entdeckt. Auf dieser wurden wohl mit Daten von etwa über 170 TAUSEND gehackter Server “gehandelt”. Die Besitzer dieser Server, hatten in der Regel nicht den leisteten Schimmer, dass Ihre Server unter fremder Kontrolle standen.

Die BlackEnergy Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor, waren ebenfalls sehr erschreckend – die folgen erst im Jahre 2016 sichtbar. Hacker drangen in das Steuerungssystem des Energiekonzerns Prykarpattyaoblenergo ein, legten für Stunden den Strom in Oblasts Ivano-Frankivsk inklusive der Hauptstadt der Westukraine lahm. DOS Angriffe auf Telefonnetze welche damit auch den Support unmöglich machten, taten ihr übriges – es zeigt einmal mehr, wie empfindlich wir sind.

Der Einzelhandel in unserer realen Welt schrumpft, immer mehr Geschäfte schließen, immer mehr Produkte und Dienstleistungen verlagern sich auf das Internet und sind auch ohne das Internet oft nicht mehr nutzbar.  Starten Sie ihren PC, überlegen Sie kurz was Sie nun sinnvolles machen könnten und legen dabei als Bedingung vor: Internet und Handy Netz ist heute aus.

OK, keine E-Mails.  Kein Facebook. Kein Whatsapp. Keine Tante google. Keine News. So in etwa jedes Game erwartet einen Online Zugang. Selbst die Tastenbelegung der Maus wird schon online gespeichert. Dokumente… hm Cloud. Fotos… Cloud. Kalender, Synchronisation per Cloud.  Rechnungen … alle Online per Mail oder in Kundenlogins.  Bankgeschäfte, Kontoauszüge, Buchungen… alles online.  Steuerunterlagen für die Firma… mag das Finanzamt auch nur noch online annehmen. Viele Jobs sind heute nur noch mit Onlineverbindung auszuführen, Banken, Börse, selbst Strom und Wasseranbieter benötigen einen Onlinezugang.

Ich würde sagen, wenn man nicht gerade Solitär spielen möchte, wird der PC dann sinnlos und die Wirtschaft pleite.  Ein gutes Ziel für feindliche Staaten, eine gute Möglichkeit Länder und Regierungen zu bekämpfen, welche ohne das Internet kaum mehr lebensfähig sind.
In den letzten Monaten wurde ja bereits immer wieder deutlich, das durch gezielte Kampagnen die Meinung und Stimmung der Bevölkerung manipulierbar ist, dass Wahlen beeinflusst werden können – ein Land in den Bürgerkrieg zu schicken, ist heute einfacher denn je. Das Internet ist eine Waffe und das Wettrüsten hat schon vor Jahren begonnen… der CyberWar ist keine Sience Fiction mehr, er ist Realität und es ist erst der Anfang.

Quellen:
Wikipedia
Heise